Wenn es richtig swingen soll - Kölner Stadtanzeiger | Swinging Sisters

Kölner Stadtanzeiger, 03.12.2004, MEIKE STRÜBER

Wenn es richtig swingen soll

Die amtierende Welt- und Europameisterin Claudia Reger lehrt in Bickendorf weibliche Paare das Equality Dancing, Standard, Salsa und viele Tänze mehr.

Bickendorf - Tanzbegeisterte Frauen in Köln und im Umland, die Standard und Latein zum Beispiel am liebsten mit anderen Frauen genießen, haben es gut. Für sie ist der Weg nicht weit. Die einzige Frauentanzschule in Nordrhein-Westfalen ist in Bickendorf an der Venloer Straße 725 zu finden. „Nur noch in Bremen gibt es noch eine solche Schule“, sagt Claudia Reger. Die amtierende Welt- und Europameisterin im Standard- und Lateintanz des schwul-lesbischen Tanzsports gründete die Schule, nachdem sie zuvor bereits jahrelang Tanzkurse unter dem Namen „Swinging Sisters“ im Kölner Schwulen- und Lesbenzentrum (Sch.u.L.Z.) gab - bis das schließlich zu klein wurde. Seit einem Jahr können nun alle tanzbegeisterten Frauen in den neuen, hellen Räumen in der „Frauentanzschule Köln, Swinging Sisters“ auf einer 165 Quadratmeter großen Tanzfläche ihrem Hobby nachgehen. Der erste Geburtstag wurde jetzt mit einer Party gefeiert.

Das Kursusprogramm umfasst neben den zehn Standardtänzen auch verschiedene Workshops zu Salsa, Tango Argentino und Discofox. „Wir richten uns an alle Frauen, die Lust haben, gemeinsam mit anderen Frauen sportiv ihre Freizeit zu verbringen“, erklärt Reger. Das Angebot ist dabei keineswegs nur für lesbische Frauen gedacht: „Immer wieder rufen mich Frauen an und fragen, ob sie sich überhaupt anmelden können, wenn sie nicht lesbisch sind“, sagt Reger. Um dieses Missverständnis aufzuklären, möchte sie in Zukunft noch gezielter heterosexuelle Frauen ansprechen. „Zu uns kann einfach jede Frau kommen, die Lust hat zu tanzen.“ Auch das Alter spielt keine Rolle - bisher quicksteppen und foxtrotten auf dem Parkett Tänzerinnen zwischen 19 und 63 Jahren. Manche von ihnen ziehen den Tanz unter ihresgleichen auch deshalb vor, weil es unter Männern schon allzu häufig Tanzmuffel gibt.

Einen weiteren Reiz übt das Equality Dancing aus: Üblicherweise wechseln sich die Partner im schwul-lesbischen Tanzsport mal als Führende, mal als Geführte während der einzelnen Tänze ab und müssen daher die Schrittfolgen beider Rollen beherrschen. Das erfordert viel Training. Die Möglichkeit dazu besteht in der Schule sonntags bis freitags zwischen 17.30 und 23 Uhr und einmal monatlich auch an einem Samstag.

Allerdings stehen „die Geselligkeit und der Spaß am Tanzen im Vordergrund“, wie Reger betont. Auch wer noch lange nicht perfekt ist, kann seine Fortschritte regelmäßig in festlichem Rahmen präsentieren: Seit drei Jahren bietet Claudia Reger dafür den „Blue Moon Ball“ für Frauen beim benachbarten Tanz und Turnier-Club Rot-Gold an.

Veröffentlicht am: 03.12.2004

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Freitag, 3 Dezember, 2004